Benjamin im Porsche Boxster

Benjamin Maier gefällt das Gelb schonmal ganz gut.

Keine Lust mehr auf zwei Jahrzehnte alte, halb kaputte und laut vor sich hin tuckernde Kisten? Es gibt da eine einfache Möglichkeit, die anstrengende Art der Mitfahrt zu umgehen: Ihr fahrt bei uns mit. Wir schreiben den MFG-Autotest. Der Deal ist: Die Internet-Mitgelegenheits-Suchenden kommen kostenlos in einem netten Auto schnell ans Ziel und wir kriegen unser Interview. Unser erster MFG-Autotest mit dem Porsche Boxster:

Strecke: Freiburg – Heidelberg

Benjamin Maier, 23, der in Freiburg seine Ausbildung zum Heilpraktiker macht, hat kein eigenes Auto. Deshalb ist er regelmäßig Mitfahrer, in letzter Zeit vor allem, um seine Ausbildungsseminare besuchen zu können. Diesmal ging es ein klein wenig sportlicher als sonst: im Porsche Boxster.

Sein erster Kommentar am Treffpunkt: „Wow. Ich habe dich sofort erkannt, habe mich aber gerade gar nicht getraut, dich anzusprechen. Ist man ja nicht gewohnt, so eine Mitfahrgelegenheit zu haben. Und dann auch noch in Gelb, der Porsche. Nicht schlecht, den würde ich doch glatt auch fahren.“

Was ist dein erster Eindruck von dem Porsche Boxster?

Er macht schon was her in diesem knalligen Gelb. Sieht halt aus, wie man sich einen Sportwagen vorstellt. Ich bin kein richtiger Autofan, aber er gefällt mir so spontan gesagt ganz gut.

Kanntest du den Wagen schon vorher?

Den Namen kannte ich, ja, ich konnte mir aber konkret nix drunter vorstellen.

Was assoziierst du mit dem Autohersteller Porsche?

Deutsche Markenarbeit, den VW Käfer (lacht), Sportwagen, teuer und das Wort Carrera.

Benjamin sagt, ihn interessieren Autos eigentlich weniger. Er sagt das ein paar Mal während der Fahrt. Komischerweise weist er aber auch immer wieder darauf hin, dass es ruhig noch etwas schneller gehen könne. Und es ist ein leichtes Grinsen in seinem Gesicht zu sehen, sobald ihm seine lockigen Haare über die Ohren nach hinten fallen, bei jedem Tritt aufs Gaspedal.

Manche sagen, so ein Boxster sei unbequem, wie siehst du das?

Nun ja, viel Vergleichsmöglichkeit habe ich nicht gerade, ich habe selbst gar kein Auto, nicht mal den Führerschein, und meine Freundin fährt mich im Renault Clio durch die Gegend. Ich denke aber, dass Sportwagen immer ein bisschen unbequemer sind oder sogar sein müssen, damit das entsprechende Feeling da ist. Wenn man es bequemer haben will, kauft man sich eben eine Familienkutsche oder einen Benz. Aber mein Eindruck ist schon, dass die Sitze etwas zu hart sind.

Wie gefällt dir das Interieur?

Das Interieur wirkte auf mich etwas trist, was an dem dunklen Grau liegt. Es gibt wenig Flächen zum Ablegen, zum Beispiel habe ich Schwierigkeiten, auf die schnelle einen Ort zu finden, an dem ich meinen Kugelschreiber ablegen könnte. Wenn man für so was im Auto schon länger Zeit braucht, dann will ich nicht wissen, wie es nach einem Drive-In-Besuch aussieht. Ansonsten gibt es aber genügend Platz, die Beinfreiheit ist sehr gut. Und das mit den automatisch verstellbaren Sitzen finde ich genial.

Was für einen Typ Fahrer erwartest du hinter dem Steuer eines Boxsters?

Schwer zu sagen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass eine Frau mit reichem Ehegatten und viel Zeit, mit Kopftuch und modischer Sonnenbrille Gefallen an dem Auto finden könnte. Das Design ist ja auch ganz schön. Es ist ein bisschen zu rund und zu weich, aber deshalb passt es gut zu einer Frau.

Was meinst du: Fallen wir mit dem Boxster auf der Autobahn gerade auf?

Mit diesem knalligen Gelb auf jeden Fall. Ich glaube, an der Automarke Porsche liegt das aber eher nicht. Ein neuer Boxster ist fast schon zu normal, um aufzufallen. Oder? Es sei denn natürlich, man fährt mit 120 Kilometer innerorts an einem Blitzer vorbei. Wer aber will auf diese Art auffallen?

Ist der Boxster denn deiner Meinung nach alltagstauglich?

Auf jeden Fall. Die Platzverhältnisse in den beiden Kofferräumen sind sehr gut, vor allem vorne, da passt doch vieles rein. Und ich denke, der Boxster ist ja auch für den Alltag konstruiert worden.

Kaufst du ihn dir denn jetzt, wenn du die Kohlen hast?

Sorry, nein. Ich wüsste, wenn ich das Geld hätte, etwas Besseres damit anzufangen, als mir einen Sportwagen zu kaufen. Ich finde aber enorm schade, dass wir den Cabriomodus auf der Fahrt nicht testen konnten, weil es die ganze Zeit so geschifft hat. Aber das Motorengeräusch von hinter dem Sitz kommend hat das ein bisschen wieder gut gemacht. Das hat halt schon was…

Die Strecke: Freiburg, Hauptbahnhof – Heidelberg, Jugendherberge Die Zeit: 1.51 h

Benjamins Fazit: Ankunft etwas früher als geplant. Verhältnismäßig gut durch den zähen Verkehr gekommen, die Leute weichen zur Seite. Natürlich geht es mit dem Porsche Boxster gleich deutlich schneller als mit den üblichen Autos, die Mitfahrgelegenheiten mitnehmen, zeitweise mit einer Geschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde über die Autobahn – aber diese Sportlichkeit hat auch einen Nachteil, zumindest für den Fahrer: Auf der Strecke nach Freiburg hat es ordentlich Sprit rausgehauen, 20 Liter Superplus. Als Mitfahrer sollte mich das aber nicht stören, oder?



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