Im 1007: Elektrotüren mit Angebereffekt

So sieht der 1007 von vorne aus.

Julian findet im Peugeot 1007 viele pfiffige Ablagefächer, Sebastian hat Probleme mit der Standfestigkeit auf der Autobahn, und Adrian gefällt es, dass man mit den elektrischen Türen weitaus weniger gefährdet ist, einen Kratzer abzubekommen. Unsere Testberichte des 1007:

Schaf im Schafspelz

Julians Test: Ein Auto ohne Armlehne? So etwas habe ich auch noch nie gesehen – bevor ich in den Peugeot 1007 gestiegen bin. Naja, das ist wenigstens mal was anderes.

133 Newtonmeter leistet er bei 3250 Umdrehungen. Und heißt Sport. Von 0 auf 100 Kilometer die Stunde in 13,6 Sekunden. Klare Sache, der Peugeot ist ein Schaf im Schafspelz! Da richte ich meine Aufmerksamkeit schon mal auf andere Dinge. Und da ich im Peugeot nicht sportlich vorankomme, will ich es bequem haben.

Ohne Armlehne ist das natürlich schlecht. Und selbst das Anschnallen fällt schwer. Ich muss meinen Oberkörper um einiges drehen und meinen Arm ordentlich nach hinten strecken, um den Gurt greifen zu können. Für Außenstehende muss es wie Dehnungsübungen aussehen. Das nervt im Alltag.

Aber wenn ich erst Mal drinsitze, sind die Platzverhältnisse erstaunlich gut. Immerhin ist der 1007 nur 3,7 Meter lang und 1,66 Meter breit. Auch hinten habe ich viel Kopffreiheit und ein pfiffiges Ablagefach für Getränke unter der hier vorhandenen Armlehne. Beim Fahren macht sich dann die gute Anlage des Peugeot bemerkbar. Der Sound ist im ganzen Auto gut, auch hinten. Das gefällt mir. Selbst das Aussteigen geht gut. Der vordere Sitz ist leicht nach vorne zu schieben und ich kann ohne größere Verrenkungen raus.

Die Schiebetüren finde ich aber weniger gelungen. Nein, danke an Peugeot, aber meine Türen kann ich schon selbst schließen, und zwar auf herkömmliche Art und Weise. Auch wenn die Idee gut ist: Elektrisch verschließende Türen haben noch Zeit. Außerdem verschandelt die Zugleiste der Tür die ganze Seitenansicht. Das muss nicht sein. Denn der Peugeot sieht ansonsten interessant und knuddelig aus. Und am Ende unseres Test macht er dann noch Mal positiv auf sich aufmerksam. 7,5 Liter Super auf 100 Kilometer haben wir durchschnittlich verbraucht. Das ist ordentlich.

Franzose mit italienischem Touch

Sebastians Test: Aha, ein kleines Auto. So kenne ich meine Brüder ja gar nicht, seit wann testen wir solche Autos? Na gut, um ehrlich zu sein, ich finde den Peugeot von außen eigentlich ganz nett. Schön kompakt. Nicht viel anders wie der Polo meiner Mutter, den ich immer fahre.

Im Motorraum ist alles mit schwarzen Kunststoff verdeckt. Ich habe davon eh nicht wirklich viel Ahnung. Ich weiß nur: 1,36 Liter Hubraum, 4 Zylinder und 88 PS. Das hört sich zwar nicht schlecht an für einen Kleinwagen, ich würde ihn aber höchstens zum Einkaufen benutzen. Vielleicht sind wir inzwischen schon verwöhnt?

Die Reifen sind 185er, sie haben 15 Zoll – sagt zumindest Julian. Für mich sind sie einfach nur dünn. Man merkt das ganz deutlich auf der Autobahn – vom Winde verweht. Das erinnert mich irgendwie an ein Kind, das das Schlittschuhlaufen lernen will, er ist so wacklig auf den Beinen. Das ist aber unter einem ganz anderen Aspekt gar nicht schlecht, dann dürfte er nämlich nicht so viel Sprit verbrauchen (Julians Begründung: weniger Reibung) und mein Geldbeutel kann sich ein wenig erholen. Und zum Autotyp passen sie ja auch, die dünnen Reifen, das verschafft dem Peugeot 1007 die Ausstrahlung eines Stadtwagens, ein Franzose mit leicht italienischem Touch, die Roller drum herum kann ich mir gut vorstellen.

Was mich ein wenig stört ist die Tatsache, dass das Auto nur vier Gurte hat. Das geht einfach nicht, wenn man so viel mit einem Auto vorhat wie ich. Was soll ich denn meinen Freunden sagen, wenn zufällig vier von denen bei mir mitfahren wollen? Und das kommt schon mal vor. Wenn die Mädels auf dem Schoss der Jungs sitzen, ist das nur kurzfristig gedacht von Vorteil. Die Beamten von der Polizei überhäufen mich sicher nicht mit Freundlichkeiten.

Immerhin sind der Schaltknauf und das Gas- bzw. Bremspedal mit Aluminium verarbeitet, das macht auf mich einen einigermaßen sportlichen Eindruck. Die 15850 Euro für die von uns getestete Sport 90 Version sind auch der Leistung entsprechend, finde ich. Wer will alles bei mir mitfahren?

Ohne Kratzer an der Tür

Adrians Test: Dieses Auto sieht aus, als hätte Gott willkürlich seine Wut über irgendetwas heraus lassen müssen. Als hätte er seine Hand vom Himmel hinab gestreckt und völlig wahllos ein Auto, das unten auf den Straßen herumfährt, zwischen die Finger genommen und zerdrückt. Und das war ausgerechnet der Peugeot 1007. Deshalb ist er mit 1,62 Meter auch so hoch wie breit.

Ich hab’s gleich gesagt: Nein, dieses Auto testen wir nicht. Das passt nicht zu uns. Gut, der Sport 90 hat eine Höchstgeschwindigkeit von 173 Stundenkilometern – bis die erreicht ist, dauert es aber eine Weile. In unserem Konzept steht, dass wir alles fahren, was starke Motoren hat bzw. alles, was uns gefallen könnte. Gehört der 1007 da wirklich dazu?

Nach ein bisschen Ein- und Aussteigen auf einem städtischen Markplatz muss ich unerwartet sagen: Ja, eigentlich gehört er dazu. Denn er fällt vielleicht auf der Straße nicht auf, aber beim Öffnen der Türen. Sie sind elektrisch, weder Fahrer nach Beifahrer müssen Hand anlegen. Und das kann natürlich Spaß machen: Sich einfach auf eine Bank setzen, die in der Nähe des Autos steht und immer dann, wenn ein ahnungsloser Mensch vorbeiläuft, auf den Schlüssel drücken. Das hat einen leichten Angebereffekt, die Blicke zieht der Peugeot so auf sich.

Diese elektrischen Türen sind aber auch praktisch. Sicher, genau wie man sagen kann, dass man eine manuelle Schaltung der Automatik vorzieht, kann man sagen, dass man auf handgeöffnete Türen steht. Nur: Mit dem 1007 passe ich fortan nicht nur in eine kleine Parklücke, sondern ich kann auch ohne Kratzer an der Tür aussteigen. Er ist ein schmaler Racker, von dessen Fahrerplatz aus man eine wunderbare Rundumsicht hat.

Als Städter muss man diesen Vorteil sehen, das ist doch genau eines der großen Probleme an vielen Autos. Etwas lästig ist vielleicht die kleine Wartezeit mit einem Piepston unterlegt, das ist aber alles. Peugeot kann man höchstens vorwerfen, dass sie Praktisches nicht mit Ästhetik verbinden. Das Armaturenbrett zum Beispiel, das ist äußert praktisch, mein Handy ist die ganze Fahrt kein einziges Mal auf dem Boden gelandet, weil Peugeot eine kleine Versenkung eingeplant hat – aber die Belüftungsschächte, die sehen ja aus wie Glupschaugen, so was macht man doch nicht.

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1 Kommentar Dein Senf

Uschi:
Montag, 14. April 2008, 14:36

Die Aussage mit der geringeren Reibung bei schmalerer Bereifung würde ich noch einmal Überdenken. So ganz stimmt das nämlich nicht…



Dein Senf

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