
Sebastian hat keine Probleme damit, im Santa Fe sein gesamtes Gitarren-Equipment zu verstauen, Julian ist ein bisschen enttäuscht über die Behäbigkeit des Motors, und Adrian hätte am liebsten die passende Fanausrüstung zum Auto. Unsere Testberichte zum Santa Fe:
![]() | ![]() |
Geniale Ledersitze
Sebastians Test: Groß, größer, Santa Fe. Zumindest scheint dieses Auto einfach eine Nummer größer zu sein. Alles was man hier rein bekommen will, bekommt man rein. Selbst wenn ich das gesamte Equipment für einen Kneipengig mitnehmen müsste, würde mich dieser Wagen nicht enttäuschen.
Und auch meine Bandkollegen müssten deswegen nicht zwischen Gitarrenkoffern und Mikrofonständern nach Luft ringen. Wer kennt nicht diese unangenehme Situation, wenn man aus Höflichkeit den Mitfahrern auf der hinteren Reihe seine Beinfreiheit opfern muss? Aber dieses Sitzgedruckse nach vorne ist im neuen Santa Fe endlich nicht mehr nötig, ich will mich strecken.
Die Ledersitze sind einfach genial und aus hochwertigem Material gemacht. Ein Leder, das übrigens für WM-Bälle keineswegs zu schade wäre. Ich lasse mich einfach in dieses Fußballleder hineinfallen, träume vom Traumtor, löse die Handbremse mit dem linken Fuß und schon könnten es ruhig 200 Kilometer sein, die ich zu fahren bereit wäre.
Im Santa Fe sitzt man sehr elegant und erstaunlich hoch. Aber ich höre kein Motorgeräusch. Durch diese Laufruhe hätte ich zwar kein Problem, nebenbei noch eine Schachpartie mit dem Navi-System zu spielen, aber erstens gibt dieses eh nicht viel her und zweitens verliere ich ständig das Gefühl für die Geschwindigkeit. Wenn ich von der Autobahn komme und eine Ausfahrt unterschätze, fehlt nicht viel und der Riese wandert auf den Schrottplatz und wird zum Paketchen zusammengeformt.
Und das muss ja nicht sein, schon gar nicht bei der Innenaustattung, die man bekommt, wenn man ein wenig drauflegt. Die edle Holzverarbeitung und hochwertige Kunststoffe machen den Hyundai Santa Fe sehr komfortabel. Das Blaulicht für die Beleuchtung aller Detailansichten im Amaturenbrett und der aus Metall angefertigte Schaltknauf sorgen für eine sportliche Atmosphäre.
Ein 4-Stufen Vollautomatiksystem besitzt das Auto, das gibt es ohne Aufpreis. Und auch wenn ich ein Freund von manuellen Schaltsystemen bin – meine beiden Hände fühlen sich am Lenkrad des Santa Fe sehr wohl. Berührt und gerne geführt!
![]() | ![]() |
Wo sind die 189 PS hin?
Julians Test: Dieser Hyundai hat einen mächtigen Kühlergrill mit wabenförmigen Durchlässen, über den Seitenblinkern einen protzigen Vermerk auf den Allradantrieb, ein difusorähnliches Heck mit zwei fetten verchromten Auspuffrohren und einen V6 Schriftzug. Ich staune nicht schlecht, als ich um ihn herumlaufe. Der neue Santa Fe gefällt mir.
Und 189 PS soll er haben. Das nehme ich Hyundai sofort ab. Aber die Erwartungen sind ein wenig zu hoch, stelle ich schnell fest. Nach ein paar Metern des Beifahrerdaseins frage ich mich: Wo bitte sind die 189 PS hin?
Vielleicht sind ja einige unter seinem Gewicht zusammengebrochen, besonders sportlich ist der Sportsroader nicht. Eher Bulldogge als Windhund. Dafür ist sein Motor erstaunlich laufruhig und gut situiert. Aus dem 2,7 Liter V6 Motor holt er 248 Newtonmeter heraus, die einen ganz in Cruisermentalität sanft nach vorne schieben, leider erst ab 4000 Umdrehungen. Es dauert eben manchmal eine Weile bis heißes Wasser aus dem Hahn kommt: 11,7 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Aber wenn das Wasser dann mal heiß ist, ja dann…
Grundsätzlich ist der aus dem Vorgänger stammende modifizierte Motor ein gelungener Wurf. Respekt! Auch die EU 4 Norm ist für die überarbeitete Version kein Problem mehr, im Gegensatz zu seinem 2,2 Liter CR Dieselbruder. Der schafft nur die EU 3 Norm und das ist schlecht für die Wertentwicklung des Hyundai. Schade eigentlich. Das Design scheint für längere Zeit geschaffen zu sein.
Der neue Santa Fe hat keinerlei Ähnlichkeit mit seinem Vorgänger. Und das ist gut so! Nur wo blieb der Mut der Designer bei den Felgen? Die sind trist, genauso wie das Navi-System. Kein Bildschirm, sondern eher Autoradio mit Zusatzfunktion. Und das bekommt man nur für Aufpreis. Dafür aber ist die Bedienung der Klimaautomatik leicht verständlich. Insofern ist der Basispreis von 32500 Euro gerechtfertigt.
![]() | ![]() |
Es hat etwas Erhabenes
Adrians Test: Der neue Santa Fe scheint ein von Grund auf gut gelauntes Auto zu sein. Als ich erst mal drin sitze, kommt es mir mit ein bisschen skurriler Fantasie so vor, als hätte ich eine überdimensionale Sonnenbrille auf, eine, mit breiten verdunkelten Bügeln an der Seite. Ja, wer in diesem Hyundai sitzt, für den ist automatisch schönes Wetter. Deshalb gleich vorweg an alle Mitfahrer: unbedingt eincremen vor dem Einsteigen, es könnte gefährlich werden.
Es hat irgendwie etwas Erhabenes, im Santa Fe über enge Landstraßen zu fahren. Ich glaube, das liegt vor allem an der Höhe der Sitzposition und an dem geschmeidigen Lenkrad. Außerdem ist das Ding 4,67 Meter lang, 1,69 breit, 1,79 hoch – fast ein Lieferwagen.
Ich weiß, ein Auto mit einem Schiff zu vergleichen, ist etwas abgedroschen. Aber es ist nun mal so: Ich fühle mich wie der Kapitän eines großen Frachters auf hoher See, und die vielen kleinen Segelschiffe um mich herum bemerke ich gar nicht. Entgegenkommende Fahrer müssten mir eine Leuchtrakete entgegenschießen, um auf sich aufmerksam zu machen.
Mehr als 1,9 Tonnen wiegt der sportliche Geländewagen, das vermittelt einerseits ein sicheres Gefühl, andererseits die unangenehme Gewissheit, dass der Verbrauch nicht zu niedrig sein wird. 12 Liter Super verbraucht er bei dem Test auf 100 Kilometer, aber dafür kann man auch mit der Drehzahl spielen und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 176 Kilometer pro Stunde überprüfen. Ja, diese Angabe stimmt, aber es dauert etwas, bis sie erreicht ist.
Im Vergleich zum Vorgänger sieht der neue Santa Fe auch einfach nach was aus. Man merkt, dass Hyundai einer der Hauptsponsoren der Weltmeisterschaft ist. Die Fußballweisheit schlechthin, nämlich dass das Runde ins Eckige muss, hat das Unternehmen leicht abgeändert: Nix mit eckig!
Es geht nur um das Runde. Das Design wirkt fließend, es gibt keine Kante, an der ich hängen bleiben könnte. Ich bin Fan dieses Autos. Wo gibt es Schals und Mützen?












Montag, 22. Oktober 2007, 17:34
Hallo, auch ich habe mir den neuen Santa Fe 2.2 CRDI mit Chip-Tuning zugelegt. Alles in allem besiegt diese Konstellation alles bisher von mir gefahrene Mehrtonnengefährt. Auch dem Cayenne kann er das Wasser reichen, vor allem in Punkto Anzug, Drehmoment und Verbrauch. Da sag mal einer, wieso unsere Autos mindestend die Hälfte mehr kosten aus „Old Germany“???