Kumpanei mit dem Z4 M

Der BMW Z4 M Roadster ist ein Auto, von dem man glaubt, durch die großen, treuen Scheinwerfer in die Seele schauen zu können. Ja, dieser Sportwagen muss eine Seele haben – allerdings ist es keine allzu gute aus Sicht des Fahrers, der ihn im Rückspiegel sieht. Aber das ist nicht mein Problem. Dieser M und ich, wir sind an einem Tag beste Freunde geworden. Es war der Tag, an dem ich ihn auf der Grand-Prix-Strecke im andalusischen Jerez testen durfte:

Die Kumpanei mit dem Z4 M, die ich nicht leugnen kann und auch nicht will, hängt ganz entscheidend mit dem enormen Spaßfaktor beim Fahren zusammen. Es fühlt sich alles so leicht an, aber nicht federleicht, denn das Bild einer Feder in der Luft ist hier völlig unangebracht. Im Roadster fühlt man sich nicht wie eine Feder, sondern eher wie eine Kugel im Flipperautomat – wer’s in diesem Auto übertreibt, der kriegt schnell Kopfweh.

Bisher gab es nur den Z3 in M-Version, vier Jahre nach seiner Weltpremiere nun auch den Z4. Endlich, endlich. Über das Design lässt sich zwar streiten, hinten sieht er in den Augen mancher BMW-Fahrer ein bisschen abgehackt aus, als wäre ein Förster vorbeigelaufen und hätte ein bisschen kürzen müssen, dafür aber leuchtet er vorne auf. Und das Design ist ja schlichtweg Geschmackssache. Fakt ist: 343 PS bei 7900 Umdrehungen. Ein schöner Fakt.

Auf den edlen Lederrennsitzen lässt es sich selbst auf den kurvigsten Landstraßen aushalten. Der neue Z4 M ist in 5,0 Sekunden von 0 auf 100. Um zwischendrin von 80 Stundenkilometer auf 120 zu kommen, braucht er auch nur 5,0 Sekunden. Das ist so lange wie ich für einen Cheeseburger brauche, also eigentlich ziemlich kurz. Nach oben hin ginge bei diesem BMW noch viel, aber bei 250 Stundenkilometer ist nun mal elektronisch abgeriegelt.

Wenn man das ESP ausschaltet, braucht man mit einem Freund wie dem Z4 M keine Feinde mehr. Der wird auf der Rennstrecke zum Schläger. Dahinter steckt das, was BMW als Hochdrehzahlkonzept bezeichnet. Vom großvolumigen Motor halten die Ingenieure nichts, denn der wiegt mehr und braucht mehr Platz, und mittels Turboladern aufgeladenen Motoren unterstellen sie weniger spontane Reaktion auf die Wünsche des Fahrer. Ihr Königsweg dagegen, wie sie es nennen, ist eine Steigerung der Leistung durch die Drehzahl. Und dadurch wird die Schubkraft ziemlich groß und der BMW ziemlich bissig. Ja, das kann man so sagen.

Der kleine Nachteil dabei ist, dass der Spritverbrauch in die Höhe steigt, vor allem, wenn man eigentlich nur damit beschäftigt ist, dieses Auto in allen sechs Gängen auszureizen. Man muss halt sehen: Spaß kostet Geld. Und der spaßige Z4 M kostet fast 60000 Euro.



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