Warum OPC-Modelle familientauglich sind

Dieses Auto muss von gestressten Eheleuten entwickelt worden sein. Damit die Frau ihre Familienkutsche hat und der Mann seinen Sportwagen. Oder auch umgekehrt. Mit Opels leistungsstarkem Vorzeigemodell, dem neuen OPC Vectra, ist die Wahrscheinlichkeit größer geworden, dass der Haussegen zur Abwechslung mal gerade hängt. Am 24. November kommt er in den Handel – und mit ihm die OPC-Modelle des Astra und Zafira. Ich war bei der Vorstellung der Modelle auf Sizilien dabei, meine Fahrberichte:

Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit in einem anzubieten, ohne dass das Kompaktpaket zu erzwungen wirkt, das war das erklärte Ziel von Opel. Was dabei herausgekommen ist, ist etwas, dass ein Bürgermeister nie erreichen kann. Es sind Autos, die es allen recht machen. Die Höchstgeschwindigkeit des Astra liegt bei 244, beim Vectra sogar bei 260 Kilometer pro Stunde. Und wen die Schaltwut packt, der kann sie ungestört rauslassen, die Drehzahl schnellt nach oben wie die Rechte von Mike Tyson. Wer dagegen schaltfaul ist oder gemütlich sein will, kann bei knapp über 50 Stundenkilometer ohne Probleme in den vierten Gang gehen.

„Da kann’s Frauchen mit zum Einkaufen fahren, es ruckelt nicht“, sagt DTM-Rennfahrer Manuel Reuter. Er war bei der Entwicklung der neuen Modelle maßgeblich beteiligt, hat mit den Ingenieuren bei Testfahrten auf dem Nürburgring die Feinheiten abgestimmt. Beim Opel Vectra gibt es trotz manueller Schaltung eine Sportfunktion, die das Lenkrad direkter auf die Straße reagieren lässt. Diese Funktion ist ein Baustein des OPC-spezifischen Sportfahrwerkes IDS Plus2, das die neuen OPC-Modelle von ihren Vorgängermodellen unterscheidet.

Der OPC Vectra ist mit seinem 2,8 V6 Turbo Motor und 255 PS auch das teuerste der neuen Autos, der Basispreis liegt bei 37800 Euro. Der OPC Astra mit seinem 2,0 Turbo und mittlerweile 240 PS kostet 28000 Euro, der Zafira mit gleicher Leistung 32500 Euro. Trotz der Tatsache, dass der Astra am wenigsten kostet, hat man mit ihm den meisten Fahrspaß. Das liegt vor allem an seinem vergleichsweise geringen Gewicht von 1393 Kilogramm – und an dem Verbrauch: Die 9,2 Liter Super Plus schonen den Geldbeutel deutlich mehr als die anderen OPC-Modelle, was heute durchaus auch zum Fahrspaß des Einzelnen beitragen kann.

Auffällig ist die Kurvenstärke der neuen Modelle, sie lassen sich gut kontrollieren. Der Astra wirkt richtig krawallig mit seiner schnittigen Form und seinen sportlichen Ausbuchtungen, wenn er ums Eck kommt. „Ich mag dieses schnelle Gleiten“, sagt Manuel Reuter. Ja, es ist ein schnelles Gleiten, das kann man so sagen, und in den scharfen Kurven treibt es einem ein Lächeln ins Gesicht. Der Frontantrieb holt alles heraus, was es herauszuholen gibt. Manchmal, nur manchmal, zittert das Lenkrad noch in den Händen des Fahrers. Beim kurzzeitigen einhändigen Steuern während des Schaltens erfordert das höchste Konzentration.

Es gibt künftig zwei Möglichkeiten für Familien, die sportlich und kompakt unterwegs sein wollen: Entweder, die Kinder schlafen auf den Rücksitzen seelenruhig bis zum Ziel, weil Papa oder Mama so langsam hoch schalten. Oder die Kinder trommeln nach einer schaltfreudigen Fahrt auf der Kopflehne herum, werfen sich trotzig in ihre Kindersessel zurück und schreien mit verschränkten Ärmchen nach vorne: „Warum sind wir schon da!?“



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