Genug Zeit abgesessen

Jetzt ist es endlich soweit: Ich habe meine letzte Theoriestunde hinter mir.

Die letzte von ganzen 14 Doppelstunden gefüllt mit meist langweiliger Theorie. Das ist ein gutes Gefühl! Obwohl die Stunden so schlimm doch nicht waren. Am Anfang waren sie sogar ganz nett, vieles ist da neu und kommt einem interessant vor. Die Bögen sind eine richtige Herausforderung: 20 Fehlerpunkte sind keine Seltenheit. Man bekommt ein dickes Buch über die Regeln des Straßenverkehrs, in das man sich am Anfang hineinstürzen will, aber dann bemerkt wie öde das eigentlich ist. Ich meine, muss man einem Fahrschüler wirklich beibringen, wie ein Vorfahrt-Gewähren-Schild aussieht? Und das ist nicht mal das Leichteste, da wird einem auch beigebracht, dass man immer schön rechts fahren soll, gerade bei Gegenverkehr. Und ganz wichtig: Nicht auf Straßenbahngleisen parken. Ich bin mir ja nicht sicher, aber ich habe ganz im Ernst noch nie jemanden gesehen, der das getan hat oder auch nur in die Versuchung geraten ist, es zu tun.

Immerhin muss man die 90 Minuten nur dasitzen und zuhören, von daher sind sie leicht zu bewältigen. Nur öde eben. Gähn. Man lernt nicht viel und wenn dann sind es Zahlen, Formeln oder Begriffe. Die Formel für den Bremsweg zum Beispiel: Gefahrene Geschwindigkeit durch zehn zum quadrat. Okay, das mag nützlich sein, aber ich hätte keine 45 Minuten gebraucht, um es zu kapieren.Dann der Unterschied zwischen warten, halten und parken. Gut, für die Prüfung vielleicht nicht unerheblich, aber für die Zeit danach? Da ist man froh, dass die Atmosphäre in den Theoriestunden meist locker ist. Klar, man sitzt unter Gleichgesinnten, die genau das Gleiche machen, wie man selbst: Die Zeit absitzen. Und auch der Fahrlehrer ist gut drauf. Er schimpft nicht, Witze sind erwünscht. Ehrlich gesagt: Manchmal glaube ich ja, ihm ist selbst ein bisschen langweilig.



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