Der Feind: das Auto

Chrissi ist eine Freundin von Julian und macht zurzeit auch ihren Führerschein. Sie sagt: Die Fahrschülerin hat während ihrer Ausbildung zum Fahrer drei zentrale Feinde. Das Auto, den Fahrlehrer, den Prüfer. In einer dreiteiligen Miniserie schildert sie ihre Beziehung zu diesen Feinden, abschließend gibt sie uns ein Interview zu dem Thema, welchen Vorurteilen Frauen schon im Fahrschulauto ausgesetzt sind.

Heutiger Feind: das Auto

Am Besten wäre es, wenn mir jemand das Fahren abnehmen würde. Wie Kid dem Knightrider. Womit ich am meisten Schwierigkeiten habe, ist die Kupplung. Welch bescheuerte Erfindung! Wäre der Kerl, der sowas erfunden hat, noch am Leben, dann hätte ich ihn eigenhändig umgebracht. Das ist pure Verschwendung an Lebenszeit.

Die Bedienung der Kupplung erfordert viel Gefühl und Erfahrung: Lässt man sie rausschnalzen, würgt man den Motor ab und darf erneut anfahren. Nicht gerade selten ist das anfangs der Fall, natürlich vor allem wenn man als erste vor einer grünen Ampel anfährt – oder eigentlich treffender formuliert: anfahren möchte – und dann kommt noch dazu, das hinter einem noch mindestens fünf ungeduldige Autofahrer warten und schlecht gelaunt hupen. Wenigstens steht auf dem Auto ganz fett Fahrschule drauf, sonst wärs ja noch peinlicher.

Ich finde es äußerst schade, dass Autos Kupplungen haben. Schalten scheint toll zu sein, ich kann das nicht verstehen. Die Leute wollen schalten, denn so teuer ist ein Automatikauto nun ja auch wieder nicht. Die Leute nehmen das Abwürgen in Kauf, anstatt aufs Schalten zu verzichten. In was für einer Welt leben wir denn?



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