Der lange Akt des Einparkens

Eine Stunde lang rückwärts einparken zu müssen, das ist eindeutig zu lang. Immer wieder durch 30er-Zonen schleichen und bei jedem Auto, das irgendwie neben der Straße geparkt ist, schön anhalten und schön den Blinker rein – immer diese wenig spektakulären, routinelastigen Wünsche des Fahrlehrers. Das Schlimme ist: Danach kommt erst die Sache mit dem Rückwärtsgang, dann die mit dem Einparken. Hört sich leicht an, ist es aber nicht.

Schon allein das Halten direkt neben dem stehenden Auto kostet mich Überwindung. Bis auf einen halben Meter muss man an den unverkratzen Lack anderer Autos ranfahren. Gedanklich schleife ich immer dran, das kostet mich viele Schweißausbrüche. Und zusätzlich auf den fließenden Verkehr achten und am besten gleichzeitig noch den Rückwärtsgang einlegen, während man den Schulterblick macht und den Blinker bedient, tja. Das ist einfach zu viel für einen Moment.

Ewig auf der Straße stehen will ich ja auch nicht. Also erledige ich das irgendwie, meist mehr schlecht als recht, und arbeite rigoros nach Vorschrift. Neben das parkende Auto so fahren, dass man durch das hintere Fenster geradeso das Heck des stehenden Autos sehen kann. Eine Umdrehung lenken und soweit fahren, bis der rechte Außenspiegel die linke Rückleuchte des Stehenden verdeckt, und dann Gegenlenken, was das Zeug hält und rückwärts fahren. Das soll es eigentlich schon gewesen sein.

Aber falsch gedacht: Die Faustformel ist schön und gut, verlassen kann man sich auf sie nicht. Denn schon ein paar Zentimeter entscheiden darüber, ob man es gut oder schlecht gemacht hat. Wenn nämlich das rechte hintere Rad den Bordstein berührt, darf man das ganze nochmal von vorne machen. Eine Stunde lang. Mit einem vollkommen ausgelassenen Fahrlehrer nebendran. Also echt.



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