Zu stolz in der C-Klasse

Endlich sind die Autobahnfahrten erledigt. Dieser Abschnitt ist der sinnloseste und langweiligste in der ganzen Praxis-Zeit.

In der letzten Doppelstunde war es extrem: absolute Ruhe im Auto. Ich habe noch nie erlebt, dass der Fahrlehrer und ich uns so wenig zu sagen haben. Der einzigste Aufreger: ein Mercedes C-Klasse-Fahrer. Mit Fahrrad auf dem Dach. Als ich auf ihn auffahre, fährt er 120 Kilometer die Stunde in einem unbegrenzten Bereich. Okay, denke ich mir, fährst ihm mal schön hinterher, konstante Geschwindigkeit, wenig Action.

Aber da habe ich falsch gedacht: Die C-Klasse wird immer langsamer, bis ich keine Lust mehr hab‘ hinter ihm herzugurken und überhole. Da wacht der Fahrer auf einmal auf. Von einem Fahrschulauto überholen lassen? Das geht natürlich gar nicht. Also fährt er immer schneller, bis er mich schließlich nach einigen Kilometern zurücküberholt. Mir macht das eigentlich gar nichts aus. Wenn er mal aufgewacht ist, fährt er vielleicht jetzt schön gleichmäßig. Aber wieder falsch gedacht: Er wird zum zweiten Mal immer langsamer. Okay, jetzt ist es mir deutlich früher zu blöd und ich überhole ihn wieder.

War ich froh, dass die nächste Ausfahrt meine war.



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