Im VW Jetta: Mehr Lifestyle mit Dieselkraft

Adrian gefällt der Jetta allein aus beziehungstechnischer Sicht, Sebastian erfreut sich äußerst an den vielen Cupholdern und der Alltagstauglichkeit, und Julian sieht das Auto als perfekt für einen Fahranfänger an, weil es so schön zu schalten ist. Unsere Testberichte zum Jetta:

Der Jetta macht es allen recht

Adrians Test: Danke, dass es im Jetta ein Brillenablagefach über dem Rückspiegel gibt. Das erleichtert längere Fahrten in der Sonne doch um einiges, vor allem, wenn man mal selbst nicht ans Steuer wollen sollte. Denn so kann ich theoretisch meine Freundin in den Urlaub fahren lassen, ohne allzu viel Stress mit ihrer Sonnenbrille zu haben. Aus dem einfachen Grund, dass sie im VW endlich nicht mehr fordern würde: Gib mir mal bitte mein Brillenetui, das liegt in meiner Tasche hinten auf dem Rücksitz. Das Gewühle in der zweiten Reihe hat mich schon so manch Verrenkung gekostet. Aber das war einmal, zum Glück.

Schon allein dieses kleine Fächchen kann deshalb aus beziehungstechnischer Sicht den Preis für den Jetta rechtfertigen. Ja, da mögen andere drüber lachen – und manch regelmäßig bediensteter Beifahrer (so wie ich) freut sich drüber! 21425 Euro, das ist, denke ich, für ein Auto dieser Klasse eine durchaus angemessene Summe. Der Jetta macht das, was einem Bürgermeister nie gelingen würde: Er macht es allen recht. Irgendwie. Oder? Am meisten einer Familie. Die sportlichen Eltern haben mit dem Jetta einen optisch sehr schnittigen Wagen, der Diesel sei Dank auch richtig gut anzieht und in 11,9 Sekunden von 0 auf 100 kommt, und die Kinder haben viel Platz. Wo gibt’s da etwas zu motzen? Ich sehe nichts.

Man könnte höchstens sagen: Der Jetta verbraucht mir zu wenig. Vielleicht gibt es Tage, an denen ein launiger Scheich so drauf ist, so etwas zu sagen, alle anderen Menschen dieser Erde würden das in diesem Moment anders sehen. VW gibt einen durchschnittlichen Verbrauch von 5,2 Liter auf 100 Kilometer an, das ist etwas untertrieben, aber viel mehr braucht der Jetta wirklich nicht. Das 55-Liter-Tankvolumen hält also für eine ganz schöne Strecke.

Der Jetta ist mit 1345 Kilo Gewicht verhältnismäßig leicht, sein geringer Verbrauch hängt wahrscheinlich auch damit zusammen. Das Schöne ist ja, dass ein gelungenes Design nicht gleich das Gewicht erhöht. Höchstens indirekt: Dadurch, dass der Jetta recht langgezogen ist, passt sehr viel Klobiges in den Kofferraum rein, was das Auto natürlich sehr alltagspraktisch macht. Er stimmt eben schon, der Begriff des Lifestyle-VW. Das ist er, der Jetta.

Ein Auto mit Idealmaßen

Sebastians Test: An einem hitzigen Sommertag hat der Jetta bei mir schon mal ein paar deutliche Pluspunkte. Ich kam bisher noch nicht in den Genuss einer Klimaanlage, die schneller angesprungen wäre als diese hier im Lifestyle-Volkswagen. Da brauche ich meine Füßchen nicht in ein Bächchen hängen, um mir ein bisschen Abkühlung zu verschaffen, sondern ich strecke sie einfach vom Picknicktuch aus ins Auto, das ist mir nebenbei auch idyllisch genug.

Und wenn ich Durst habe, dann bediene ich mich eben aus einem der fünf Cupholder. Mir kommt es ja mittlerweile so vor, als hätte VW den Jetta für Picknickausflüge konzipiert. Die Maße sprechen für sich, sie hören sich für mich an wie 90-60-90. Der Jetta ist 4,55 Meter lang, 1,78 Meter breit und 1,45 Meter hoch. Die Höhe ist noch das Einzige, was mich etwas stört, aber zugunsten der netten Linie des Autos will ich da noch drüber hinwegsehen. Was mir gefällt, sind Länge und Breite. Nicht aus Family-Sicht, sondern wie üblich bei mir: aus Equipment-Sicht. Ja, da geht alles rein, problemlos. Und schnell, ich ecke nirgends an.

Falls man es eilig hat, kann man sich auf den Jetta verlassen. 189 Kilometer die Stunde fährt er spitze. Das ist vollkommen ausreichend, da man sie wirklich fahren kann, auch auf längerer Strecke. Der Spritverbrauch geht hier nicht ins Unermessliche und dass der VW gerade auf Volllast fährt, merkt man ihm auch nicht an. Ja, die Drehzahl ist nicht gering und man hört den Motor, aber mit 189 ist das nicht unbedingt unangenehm. Das lautere, aber nicht unangenehm wirkende Surren des Motors beruhigt sogar, wie die blau-rote Hintergrundbeleuchtung der Anzeige hinter dem Lenkrad. Das ist angenehm.

Dass der Jetta nicht langweilig ist, hat auch mit dieser Zahl zu tun: 105 PS. Mir persönlich gibt allein die Tatsache, dass die 100er-Marke geknackt ist, ein besseres Gefühl. Aber ich spüre sie auch, die Kraft. Was mir sehr gut gefällt, ist die weiche Schaltung. Obwohl ich sie nicht oft benutze, weil ich mehr im vierten Gang herumcruise. Das geht im Jetta quasi überall, außerorts natürlich, aber auch innerorts, und mit Toleranz selbst in der 30er-Zone. Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass ich zu schnell gefahren bin. Versteht sich, oder?

Locker auf die Autobahn

Julians Test: Der VW Jetta 1.9 TDI schöpft seine ganze Kraft, wie der Name schon verrät, aus einem Turbodiesel mit 1,9 Liter Hubraum und 4 Zylindern. Eigentlich kaum zu glauben. Der Jetta hat so viel Vortrieb, das ich glatt einen 6 Zylinder mit deutlich mehr Hubraum unter der Haube vermuten könnte. Natürlich einen 6 Zylinder Diesel, denn man merkt im Jetta schon deutlich, dass man mit einem Diesel unterwegs ist. Einerseits natürlich wegen des typischen Nagelns, andererseits wegen seines ungeheuren Drehmoments schon von ganz unten heraus.

An der Zahl liefert der Jetta 250 Nm schon ab 1900 Umdrehungen die Minute. Das ist klasse, da man ohne Probleme an Ampeln am Berg mit wenig Gas anfahren kann und der Jetta dabei trotzdem immer geht. Und das ist für einen Fahranfänger wie mich wirklich enorm wichtig, es macht einen sicherer. Genau so sollte der erste Wagen nämlich sein, er sollte einem Sicherheit geben, leicht zu fahren sein, damit man in Ruhe seine Erfahrung sammeln kann und nicht gleich eine negative Einstellung zum Fahren hat.

Der VW lässt sich präzise und schnell schalten. Verschalten kann man sich mit dem Knüppel des Jetta nicht und so kann die rasante Fahrt auch im zweiten Gang fortgesetzt werden. Ab da übrigens schon lange nicht mehr wegen irgendwelchen Bedrängungsversuchen anderer Autofahrer, sondern nur wegen des Spaßes. Ein leichter Tipp auf das Gas genügt im Zweiten und der Jetta macht einen Sprung, dann in den Dritten oder gleich in den Vierten schalten und man kann wieder mit konstanter Geschwindigkeit vor sich her gleiten. Abroll- oder Motorgeräusche stören nicht bemerkenswert.

Falls sich aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen doch jemand gestört fühlen sollte, kein Problem. Er soll halt mal die Anlage anmachen. Die ist Sonderklasse, wie es sich in einer solchen Limousine gehört. Genau das Richtige für die neusten Hits oder auch außergewöhnlichen Rock, Pop, Schlager, Klassik, alles! Die Anlage des Jetta kann man schon ab Werk mit bis zu 10 Lautsprechern ausstatten, die einem richtig einheizen. So mit lauter Musik durch die Stadt zu fahren, macht mir natürlich besonders Spaß. Gerade den Führerschein gemacht, schon ein so trendiges Auto und dann auch noch mit einer tollen Anlage. So lässt es sich fahren.

Und so kann man auch schön auf der Autobahn dahingleiten. Denn selbst auf der fühlen sich der Jetta und ich in ihm auf Anhieb wohl. Im dritten Gang mit ordentlich Drehzahl auf die Autobahn, da kann nichts schief gehen. Lastwagen lassen sich locker auf dem Beschleunigungsstreifen überholen. Und auch im Fünften und mehr als 140 Kilometer die Stunde fühlt man sich in dem Jetta sicher, aber nicht nur das. Man fühlt sich wohl, die Sitze sind bequem mit genügend Seitenhalt, man sitzt wie im Wohnzimmer.



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