Adrian konzentriert sich voll und ganz auf das Schiebedach, Sebastian gefällt die Aggressivität der Front und Julian die geduckte Seitenlinie, die nach hinten absinkt und das sportliche Heck formt. Unsere Testberichte des Audi A3 Sportback:
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Vorschlag für Gottschalk
Adrians Test: Der Fahrer sollte aus Gründen der Sicherheit beide Hände am Lenkrad haben. Diese Tatsache ist der wohl größte Nachteil des Open-Sky-Systems des Audi A3. Sobald ich in diesem Auto sitze, drücke ich ganz vollautomatisch auf den Knopf, der ganz vollautomatisch das Schiebedach öffnet. Es ist der kleine Spieltrieb, dieses verführerische, kindische Bedürfnis, das mir die Konzentration nimmt, die ich eigentlich für die Striche auf der Straße haben sollte. Das Problem ist halt: Es macht mir einfach zuviel Spaß, die Finger oben rauszustrecken.
Ich hätte da einen Vorschlag für Thomas Gottschalk.
Einen, der Kinder wie mich froh macht, ohne eine Tüte Haribo zu besitzen – und ihn gleich mit. Es wäre eine etwas ungewöhnliche Wette, auf jeden Fall besser als manch andere, und ich glaube, ich hätte damit gute Chancen auf den Titel des Wettkönigs. Ich wette, dass ich es schaffe, mit meiner Hand im Himmel zu erkennen, wie schnell der A3 gerade fährt. Und ich wette, dass ich es merke, wenn er seine Höchstgeschwindigkeit von 187 Kilometer pro Stunde erreicht hat. Das Gleiche gilt natürlich für die Beschleunigung. Ich spüre ganz deutlich, wie lange er von 0 auf 100 braucht: 11,7 Sekunden. Das ist keine atemberaubende Zeit, aber sie ist für den A3 doch zufrieden stellend.
Der A3 ist ja vor allem auch als Familienauto konzipiert, da geht es um Dinge wie Beinfreiheit und Gepäckvolumen, und mit 370 Litern Platz im Kofferraum dürfte es nicht allzu viele Probleme mit dem Gepäck geben, außer man gehört zu denjenigen Familien, die das ganze Wohnzimmer, plus Schlafzimmer, plus Badezimmerschränke mitnehmen. Also, als A3-Fahrer sollte man einfach den nötigen Überblick haben, sonst macht die Fahrt in den Urlaub auch irgendwann keinen Spaß mehr. Das Auto wiegt 1335 Kilogramm, und wenn da ein paar hundert Kilo neben Fahrgästen auch noch für Gepäck dazukommen, na dann: Viel Spaß beim Kurven fahren. Da gibt es dann nicht mehr viel, was Spaß machen könnte.
Sofern das Auto schön leicht bleibt, bringt der Diesel etwas Action und gleichzeitig entspannende Ruhe hinein.
Ja, das ist in diesem Fall gar kein Widerspruch. Der A3 ist schön ruhig, wenn er ruhig sein soll, und er fängt ein bisschen zu grummeln an, wird schnell trotzig, wenn man ihn fordert. 250 Newtonmeter, auch das ist kein Weltwunder, aber es spiegelt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis wider. Dazu kommt natürlich der äußerst niedrige Verbrauch, angegeben ist ein Schnitt von 5,0 bis 5,2 Liter, bei unserem Test waren es 6,5 Liter. Und ich könnte mit Gottschalk drauf wetten: Das kommt bei vielen ziemlich gut an!
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Mit Ziegenbart
Sebastians Test: Der Kühlergrill des A3, ganz mit Chrom umzogen, der sieht ein bisschen aus wie ein Ziegenbart. Da braucht manch einer wohl recht viel Phantasie, um das so zu sehen, aber mich erinnert der irgendwie ganz stark daran. Ich hatte selbst mal einen Ziegenbart, lange Zeit sogar, diese Schmalspur am Kinn, und wenn ich mir den Audi so anschaue, dann denke ich darüber nach, ob ich mir wieder einen wachsen lassen soll. Das hat so etwas Dominantes. Ich finde, das Auto kommt dadurch viel erwachsener rüber, und es ist deutlicher als Marke zu erkennen auf dem riesigen Markt der Marken.
Es unterscheidet den A3 von anderen.
Diese leichte Aggressivität der Front spürt man auch am Motor. Für die Verhältnisse eines A3 zieht er ganz schön, sobald ich auf das Gas gehe. Er ist in meinen Augen das ideale Auto für alle Fälle, hat von allem etwas. Ich denke, das ist auch das Ziel von Audi mit diesem Wagen: Es vielen recht machen zu wollen. So hat der Familienmensch ein angesehenes Auto, zwar keine Luxuskarosse, aber auch kein Sparmodell. Und der Sportliche hat ein Auto, mit dem er Spaß haben kann, zwar kein Aufsehen damit erregt, aber sich eben für sich freuen kann. Und ich, der Mann des Transports, habe ein Auto, in dem der Großteil meiner Freunde Platz findet, Proviant für die Nacht – und mein Lieblingsinstrument, ohne das ich nicht sein kann.
Das ausschlaggebende Argument, dass für den Audi A3 in dieser Version, dem Sportback 1,9 TDI Attraction, spricht, ist der Preis. Er kostet 22670 Euro – aus meiner Sicht ist das ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das voll in Ordnung geht. Mir kommt es so vor, als wollte Audi es auch in diesem Punkt wieder möglichst vielen recht machen. Das Open-Sky-System kostet halt einen kleineren oder größeren Aufpreis, kommt ganz auf die Perspektive des Käufers an, aber ein offener Deckel, der ist das einfach wert. Es ist heiß heute, oder etwa nicht? Und ich will nicht auf der Fahrt zum Schwimmbad gegrillt werden, sondern lieber braun werden.
Ja, braun werden geht nicht durch UV-geschütztes Glas.
Manche im Solarium gebräunten Frauen mit etwas niedrigem Intelligentsquotienten, die mögen daran glauben, ich mach lieber einfach das Dach auf. Es gibt dann ja auch noch den weiteren Vorteil, dass andere Menschen auf den Straßen dieser Welt die schöne Rockmusik mithören können, die ich so gerne laut drehe, wenn mir der Wind die Haare verweht. Als überzeugter Rocker muss ich mir dank des Open-Sky-Systems auch keine Frisur mehr machen, ist ja sozusagen damit erledigt.
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Das ist mein Motor
Julians Test: Endlich mal ein Motor, den auch ich schon gefahren bin. Den kenne ich, genau denselben hat das Fahrschulauto, mit dem ich gerade meinen Führerschein mache. Es ist ein 4-Zylinder Diesel mit 1,9 Liter Hubraum. Gut, ich fahre ihn in einem neuen Golf, aber die Daten sind dieselben: 105 PS haben sowohl der Audi als auch der VW. Und dafür gehen beide gut ab. Ich habe zwar noch wenig Erfahrung, wie sich ein Motor fahren lässt, aber eines weiß ich auch so:
Der Diesel macht es einem leicht.
Mit der Kupplung kann man auch mal unvorsichtig umgehen, absterben tut er deswegen noch lange nicht. Und wenn ich mich mal traue richtig auf das Gas zu treten, bleibt er immer noch gutmütig, ohne dabei langweilig zu sein: 105 PS hört sich zwar nicht nach Sportler an, das ist er auch nicht, aber trotzdem hat der TDI in allen Drehzahlbereichen genügend Kraftreserven. Und das ermöglicht extrem schaltfaules Fahren.
Ich habe mir von meinem Fahrlehrer auch erklären lassen, warum: Die modernen Diesel haben so gut wie alle einen Turbo, und der schaltet sich schon ab ungefähr 2000 Umdrehungen die Minute ein. Dann saugt er die gerade verbrannten Abgase wieder an und verdichtet sie, um sie so in den Brennraum der Zylinder zu blasen. So hat der Motor mehr Power und die Umwelt wird geschont: Die Abgase werden vollständiger verbrannt, das heißt, es gelangen weniger Schadstoffe nach draußen. Außerdem kann man seit Februar diesen Jahres den Audi auch mit Partikelfilter bestellen. Und der ist sogar wartungsfrei.
Das Design ist angriffslustig: Die Frontscheinwerfer schauen auf 1,8 Meter Breite konzentriert und mit verkniffenen Augen starr nach vorne, wie ein Sprinter kurz vor dem Startschuss. Dazu passt auch die geduckte Seitenlinie, die nach hinten absinkt und so das sportliche Heck des A3 formt. Klar, daher heißt der A3 Combi auch Sportback. Und zu diesem sportlichen Design passt das Open-Sky-System perfekt: So sieht der Audi in Silbermetallik von vorne noch tiefer aus, weil es das Dach schwarz glänzend erscheinen lässt. Die Frontscheibe geht praktisch in das Dach über.
Ich mag einfach diese schnittigen Formen.
Leider merkt man die Haltung des A3 auch im Innenraum, da wirkt es etwas zusammengestaucht. Bei einer maximalen Höhe von 1,4 Meter kann man nicht viel Kopffreiheit erwarten. Dafür ist die Beinfreiheit für ein 4,3 Meter langes Auto in Ordnung. Im A3 sitze ich in der zweiten Sitzreihe auch auf längeren Strecken bequem. Hier ist zwar nichts Außergewöhnliches oder Pfiffiges zu entdecken, dafür wirkt die Schlichtheit schon nach wenigen Metern vertraut und sicher. Eigentlich finde ich hier in der Grundausstattung nur einen Knopf: der elektrische Fensterheber. Und wenn ich nach vorne schaue, ist das nicht viel anders: Auch die Mittelkonsole des Sportback ist keinesfalls mit Knöpfen überladen. Alles ist gut sortiert und am richtigen Platz. Schade nur, dass ein CD-Radio bei Audi nicht Serie ist.






Donnerstag, 17. August 2006, 10:35
Wenn da nicht der Preis wäre..
Da kann man sich auch gleich den A4-Avant kaufen.